Hochwasserschutz ist nicht nur Kanalbau!

Fronhof / Buchmühle (West) Bergisch Gladbach, 20.6.2013
Fronhof / Buchmühle (West) Bergisch Gladbach, 20.6.2013

Offenbar reduziert die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach die Maßnahmen für den Hochwasserschutz auf teuren Kanalbau. Es reicht nicht aus, Niederschlagswasser einfach nur abzuleiten, denn irgendwo kommt es wieder in einen Vorfluter oder eine an einen Vorfluter angeschlossene Behandlungsanlage. Und am Ende der Kette stehen möglicherweise andere Anwohner, die es dann treffen kann.    

Ein wirksamer Schutz vor Überschwemmungen besteht aus einer Kombination aus technischen Maßnahmen (Kanäle, Rückhaltebecken, Dämme, etc.) und besonders wirksamen natürlichen Rückhalt durch Pflanzen, Bäume, Boden und natürliche Überflutungsflächen. Doch gerade hier gibt es in Bergisch Gladbach erhebliche Defizite. Statt diese Überflutungsflächen freizuhalten oder neu zu schaffen wurden in den letzten Jahren Baugenehmigungen durch die Stadt erteilt, die entlang der Bäche dafür gesorgt haben, dass der dortige Boden weiter versiegelt und dem natürlichen Hochwasserschutz entzogen wurde.      

Offensichtlich geht es der Stadt nicht um Hochwasserschutz, sondern um das Abzocken von Gebühren. Wie ist es anders zu erkläre das der Rheinisch-Bergische Kreis eine Hochglanz-broschüre für „Regenwassernutzungsanlagen“ herausgibt, die das Regenwasser in den eigenen Garten verbringen (und nicht die Kanäle belastet), aber das Abwasserwerk der Stadt Genehmigungen für solche Anlagen kategorisch ausschließt. Auf Nachfrage liefert die Stadt das vorgeschobene Argument, dass mit diesen Gebühren die Kanäle finanziert werden müssen. Statt aber die Gewinne aus dem Abwasserwerk für Regenwasserkanäle oder Hochwasserschutz zu verwenden, werden Millionenbeträge (mit Billigung von SPD, CDU, FDP, GRÜNE) aus dem Abwasserwerk in den in den allgemeinen städtischen Haushalt verschoben.   

Genauso wie die Stadt Grundstücke entlang de „Bahndamms“ ankauft, um dort eine Autobahn durch die Stadt bauen zu können (siehe Presseberichte vom 25.2.2013), muss die Stadt entlang der Bäche und in der Nähe von hochwassergefährdeten Gebieten Grundstücke ankaufen, auf denen ein natürlicher Schutz vor Überschwemmung der Wohn- und Gewerbegebiete möglich ist oder umgesetzt werden kann. Das Kostenargument zieht hier nicht, denn der Bau und Unterhalt  von Kanälen ist ungleich teurer als natürliche Rückhalteflächen bereitzustellen.  Wer dafür heute von zu hohen Kosten spricht, sollte sich die Schäden anschauen, die das Hochwasser nicht nur bei der Stadt verursacht hat, sondern auch und ganz besonders den Schaden der Bürgerinnen und Bürger, die quasi vor dem Nichts stehen. Ebenso muss der Betrachter die hohen Ausgaben sehen, die in den letzten Jahren in den Kanalbau investiert wurden. Offenbar hat die Fixierung auf den technischen Hochwasserschutz zwar viele Steuergelder und Gebühren gekostet, war aber nicht ausreichend und überall wirksam. Ob zusätzlich Fehlplanung und/oder mangelhafte Umsetzung dazu kommen bleibt zu klären.    

Die für 2014 angekündigte Hochwassergefahrenkarte für Bergisch Gladbach muss ein Umdenken einleiten. Statt weiter blind und wild das Geld der Bürgerinnen und Bürger zu vergraben, brauchen wir ein gezieltes maßvolles und integriertes Hochwasserschutzkonzept (Kanäle + natürlicher Schutz und Stadtplanung), welches dann auch die Bürgerinnern und Bürger wirksam schützt. Der weiteren Versiegelung der Flächen muss entgegengewirkt werden und es müssen mehr natürliche Überflutungsflächen geschaffen werden. Hier muss die Stadt nicht nur mehr eigene Flächen entsiegeln, sondern auch mehr Aufklärungsarbeit bei den Bürgerinnen und Bürgern betreiben.

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 03. April 2025 

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